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Buy less, choose well, make it last!

 

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Meine Nachhaltigkeitsbilanz 2019: Kein Jahr für die Tonne!

Selbstgenähter Rolli und gekaufte neue Biker-Strickjacke passen sehr gut zusammen. © GriseldaK 2019
Selbstgenähter Rolli und gekaufte neue Biker-Strickjacke passen sehr gut zusammen. © GriseldaK 2019

Liebe Freunde des nachhaltigen Konsums!

 

Euer Fashionrebel hat sich mal die Mühe gemacht, zu schauen, wie nachhaltig sein Konsumverhalten im punkto Kleidung gediehen ist.

 

Der Fashionrebel bin natürlich ich und ich bezeichne mich so, weil ich versuche, mit meinem Konsumverhalten im punkto Garderobe immer nachhaltiger zu werden und der Wegwerfmentalität in der Mode, auch Fastfashion genannt, den Kampf anzusagen!

 

Es ist in meinen Augen unverantwortlich, was wir für unnützen (Textil-)Müll auf der Erde produzieren und damit gleichzeitig unnötig wertvolle Ressourchen verschwenden und die Natur belasten bzw. sogar zerstören.

Mittlerweile sind die meisten produzierten Textilien von so schlechter Qualität, dass sie nicht mal mehr für eine Second-Hand-Laufbahn taugen geschweige denn zum Recyceln.

Die Modeindustrie ist zu ca. einem Fünftel an der Wasserverschmutzung weltweit beteiligt. Das ist erschütternd!

Ganz zu Schweigen von den Arbeitsbedingungen der Arbeiter meistens Arbeiterinnen in den Textilfabriken besonders in Asien. Ich erinnere an den Einsturz des Rana Plaza 2013.

 

Bei mir hat das Umdenken vor ungefähr 10 Jahren angefangen. Ich habe immer gerne Klamotten geshoppt, nur so aus Spaß, nicht unbedingt, weil ich die Sachen gebraucht hätte. Aber es kam eine Zeit, wo mein Geldbeutel sehr schmal wurde und ich anfing genau zu überlegen, was ich für Kleidung noch ausgeben kann!

In dieser Zeit kam mir mein sorgloses vorheriges Geshoppe zugute, weil ich dadurch erstmal genug im Kleiderschrank hatte.

Ich musste nur noch einkaufen, wenn ich wirklich etwas dringend brauchte, was leider dazu führte, dass ich mir nur noch die Billigdiscounter leisten konnte. Oder Second Hand Läden. Hier bekommt man aber nicht immer die Lieblingsteile in der passenden Größe.

So vermied ich das Shoppen gehen, damit ich gar nicht erst in Versuchung kam, Geld für qualitativ schlechte Kleidungsstücke auszugeben.

 

Allerdings fehlte mir was! Ich bin immer gerne in die Läden gegangen, weil es so inspirierend war, neue Mode zu entdecken und sich Teile zu kaufen, die einem das Gefühl gaben, sich neu zu erfinden! Für mich war das immer ein kreativer Akt der Selbstverwirklichung!

Und das war dann der Zeitpunkt, wo ich anfing zu überlegen, dass ich doch endlich mal wieder meine Kleidung selber nähen könnte, wie damals als Teenager. Das hatte mir immer viel Spaß gemacht. Ich weiß eigentlich gar nicht mehr, warum ich das nicht weitergemacht habe. Wahrscheinlich, weil Shoppen einfacher war...Grins! Denn Stoffe habe ich trotzdem ab und zu gekauft.

So richtig ging es mit dem Selberschneidern dann erst vor 8 Jahren los, als meine Mutter mir ihre Nähmaschine überließ.

Da machte es plötzlich klick!

 

Seitdem nähe ich immer mehr Kleidung für mich und weil es sehr viel Arbeit macht, überlege ich mir ganz genau, was ich unbedingt nähen möchte. :-)

 

Das Nähen für die eigene Garderobe ist jetzt auch nicht gerade die billigste Lösung, aber es gibt mir soviel, wenn ich etwas mit den eigenen Händen erschaffe. Und das Schöpferische kommt dabei auch nicht zu kurz. Ich kann durch das Nähen meiner Kreativität freien Lauf lassen.

 

Und ich schone die Umwelt, wenn ich nur noch das nähe oder kaufe, was ich wirklich brauche. Meine Modemuse, die unglaubliche Vivienne Westwood, die diese einprägsame Aufforderung: "Buy less, choose well, make it last!" in die Welt geschickt hat, ist mir dabei eine große Inspiration! Deshalb nähe ich ihr zu Ehren auch diesen karierten Mantel.

 

Ufo 1 - karierter Mantel mit Westwood-Statement © GriseldaK 2019
Ufo 1 - karierter Mantel mit Westwood-Statement © GriseldaK 2019

Jetzt will ich aber endlich mit meiner Näh-und Kaufbilanz 2019 beginnen.

 

Ich hab mal folgende Kathegorien aufgestellt:

 

1.selbstgenähte Kleidung, die fertig geworden ist.

2.selbstgenähte Teile, die noch nicht fertig sind, sog. UFOs.

3.second-hand gekaufte Kleidung

4.neu gekaufte Sachen

5.neu gekaufte Stoffe!

6.Was habe ich weggegeben?

 

1.Selbstgenähte Kleidung

selbstgenähtes Kleid aus Jerseystoff mit Kranichmotiven © GriseldaK 2019
selbstgenähtes Kleid aus Jerseystoff mit Kranichmotiven © GriseldaK 2019
selbstgenähte, kleingemusterte Bluse aus gut abgelagerten Stoff aus den 80ern © GriseldaK 2019
selbstgenähte, kleingemusterte Bluse aus gut abgelagerten Stoff aus den 80ern © GriseldaK 2019
dunkelblaues Etuikleid vom Weihnachtskleid-Sew-Along "Dress for Success"  © GriseldaK 2019
dunkelblaues Etuikleid vom Weihnachtskleid-Sew-Along "Dress for Success" © GriseldaK 2019

Ich habe im letzten Jahr für meine Verhältnisse nicht sehr viel genäht.

Dieses Jahr standen andere Projekte im Vordergrund!

Es sind vier Teile geworden:

 

1 Kleid aus selbstgekauftem Jerseystoff aus dem Vorjahr, zweimal getragen

1 Etuikleid aus Baumwollstretchstoff, den ich geschenkt bekommen habe plus Rest, einmal getragen

1 Bluse aus Baumwollstoff, aus dem Lager meiner Mutter plus Reste (s.Foto), wird regelmäßig getragen

1 Rolli aus im letzten Jahr selbstgekauften Strickstoff, denn ich auch regelmäßig trage (s. Foto ganz oben zusammen mit der Strickjacke)

 

Die Kleider hoffe ich in diesem Jahr häufiger auszuführen. Bei den anderen beiden Teilen mache ich mir keine Sorgen, weil sie sehr gut mit Stücken aus meinem Kleiderschrank kombinierbar sind.

Ich achte mittlerweile sehr darauf, dass sich die neu genähten Teile gut in meine vorhandene Garderobe einfügen.

Ich würde sagen, hier stimmt die Nachhaltigkeitsbilanz einigermaßen.

 

2.UFOs

Ufo 2 - massgeschneiderte Hose vom Schnittcamp © GriseldaK 2019
Ufo 2 - massgeschneiderte Hose vom Schnittcamp © GriseldaK 2019
UFO 3 - selbstgenähter BH in flamingorosa © GriseldaK 2019
UFO 3 - selbstgenähter BH in flamingorosa © GriseldaK 2019

Jetzt kommen die UFOs an die Reihe, das sind die Teile, die ich in diesem Jahr nicht fertig genäht habe:

 

1 Mantel (s.Bild weiter oben) aus einem karierten Wollstoff von meiner Mutter plus Reste

1 Hose aus einem gekauften Stoff aus dem ich auch schon einen Rock genäht habe plus Reste

1 BH aus gekauftem Materialien und einem Jerseyrest

 

Ich hoffe natürlich, dass ich alle Stücke in diesem Jahr fertig bekomme. Besonders der Mantel ist schon viel zu lange UFO. Aber nächstes Jahr muss er mit mir zur Fashionweek! Als Slowfashion-Statement-Piece, wie es so schön in der Fachsprache heisst! :-)))

 

Der BH ist eigentlich fast fertig. Mir fehlte nur ein kleines Zubehör, weshalb ich ihn erstmal beiseite legen musste. Das Nähen an sich ist nicht so schwierig.

 

Bei allen drei UFOs habe ich immer versucht Reste aus meinem Stofflager zu verwenden. Beim BH sind es z.B. Jerseyreste aus alten T-Shirts, die mir nicht mehr passen.

 

Der Mantel enthält sehr bewusst Reste von einer alten Jeanshose von mir am Revers und bei der Applikation verwende ich sie auch!

 

Bei der Hose verwende ich Stoffreste für die Taschen.

Also hier ist die Nachhaltigkeitsbilanz auch nicht so schlecht - wenn die Teile fertig geworden wären...

 

3.Second Hand

glitzernde Discobotten vom Flohmarkt © GriseldaK 2019
glitzernde Discobotten vom Flohmarkt © GriseldaK 2019

Hier geht es um Sachen, die ich second hand gekauft habe:

 

1 Paar Disco-Treter, die noch zum Schuster müssen

1 Paar Schlittschuhe

beides vom Garagenflohmarkt.

 

An den Discobotten konnte ich nicht vorbeigehen. Leider liegen sie immer noch ungetragen unterm Bett. Aber ich gelobe feierlich: Dieses Jahr kommen sie zum Schuster und dann ab auf die Tanzfläche!

 

Die Schlittschuhe habe ich auch mehr nach dem Prinzip Hoffnung auf einen schönen frostigen Winter gekauft, damit ich endlich mal auf den Spreewälder Fließen dahingleiten kann. Wird vermutlich ein Traum bleiben, aber wenn  doch, habe ich sie wenigstens griffbereit. Mit denen ist übrigens alles in Ordnung.

Sie sehen aus wie neu!

 

4.Kaufkleidung

Endlich die richtige BH-Größe herausgefunden! © GriseldaK 2019
Endlich die richtige BH-Größe herausgefunden! © GriseldaK 2019

Ich weiß, dass ich diese Sachen auch alle selbernähen könnte. Aber manche Sachen braucht man eben von jetzt auf gleich, oder ich habe keine Zeit und Lust dazu, wie z.B. Unterwäsche...obwohl man die gut aus Resten nähen könnte. Na, vielleicht beim nächsten Mal.

Hier die Liste der gekauften Sachen:

 

2 Lümmelhosen vom Kaufhaus

12 Unterhosen vom Kaufhaus

3 Büstenhalter vom Fachgeschäft

3 Strumpfhosen vom Onlineversand aus England

1 Strumpfhose vom Kaufhaus

1 Paar Stulpen von einer Spreewälder Modedesignerin

1 Weihnachtsmütze vom Discounter

1 Paar Alpakastrümpfe vom Weihnachtsmarkt

1 Sommerhose, 1 T-Shirt, 1 Haarreifen vom Discounter

1 Strickjacke im Bikerstil öko und fair produziert

1 Paar rote Stiefel vom Schuhdiscounter

 

Bei dieser Liste habe ich ein schlechtes Gewissen. Außer bei der Strickjacke kann ich nämlich überhaupt nicht sagen, ob die Sachen fair und ökologisch produziert wurden. Ich nehme mal stark an, dass es darunter im besten Falle ein paar Ausnahmen gibt.

Bei den Unterhosen ärgere ich mich sehr, dass ich sie überhaupt gekauft habe. Die sind nämlich nach der ersten Wäsche total aus dem Leim gegangen. Die trage ich nur, wenn alle anderen in der Wäsche sind. Vermutlich werde ich sie in selbstgenähten Kleidungsstücken irgendwie als Restematerial verwerten.

 

Alles andere wird aber regelmäßig getragen bis es mir vom Leibe fällt oder weitergegeben wird.

 

Am meisten freue ich mich darüber, dass ich mich endlich in ein Fachgeschäft für BHs getraut habe. Denn jetzt verfüge ich über tolle Büstenhalter, die mir wirklich gut passen. Das hat mich gleich inspiriert, mir oben erwähnten BH selber zu nähen. Aber davon werde ich wohl kein Freund. Das ist mir zu aufwendig in der Herstellung. Allerdings will ich in Zukunft bei Neukauf von weiteren BHs noch mehr auf nachhaltigere Materialien achten. Da ist doch sehr viel Polyester im Spiel!

 

5.frischer Stoff

Baumwollstoffe aus meinem Lieblingsstoffparadies in London © GriseldaK 2019
Baumwollstoffe aus meinem Lieblingsstoffparadies in London © GriseldaK 2019

Was in dieser Liste natürlich nicht fehlen darf, sind die Stoffe, die ich mir im letzten Jahr gekauft habe:

 

8 Stoffe für Bekleidung

6 Stoffe für kleinere Projekte

 

Von den Bekleidungsstoffen habe ich einen vernäht. Alle anderen liegen noch schön im Stofflager und warten auf das richtige Projekt.

 

Beim Stoffkauf finde ich es am schwersten, mich zurückzuhalten. Meistens kaufe ich den Stoff, weil er mir gerade gefällt. Das ich schon den Schnitt habe und dafür den passenden Stoff kaufe, kommt eher selten vor. Da finde ich meistens doch etwas in meinem reichhaltigen Stofflager.

 

Beim Thema Stoffkauf habe ich mir dieses Jahr fest vorgenommen, mehr von den Stoffen aus dem Lager zu vernähen. Das wird nicht einfach. Und wenn ich doch etwas brauchen sollte, mehr nach ökologisch und fair produzierten Materialien Ausschau zu halten. Da gibt es leider noch nicht soviel Auswahl an Läden wie auch an Stoffen.

 

Von diesen Stoffen habe ich bis jetzt nur den roten für den Rolli vernäht. © GriseldaK 2019
Von diesen Stoffen habe ich bis jetzt nur den roten für den Rolli vernäht. © GriseldaK 2019

6.Altkleider

"I don't love you anymore!" Applikation © GriseldaK 2019
"I don't love you anymore!"-Applikation. Das Foto entstand bei einer Fast-Fashion-Demo in Berlin. © GriseldaK 2019

Was habe ich ausgemistet bzw. weggegeben und Wohin?

 

Leider habe ich das nicht so gut dokumentiert, wie all die Sachen vorher, grins! Aus den Augen aus dem Sinn könnte man sagen...

 

Auf jeden Fall habe ich die alten BHs erstmal nach noch brauchbaren Materialien abgescannt und z.B. Haken und Ösen abgeschnitten und zur Wiederverwertung aufbewahrt. Der Rest landete dann in der Mülltonne.

 

Ein paar Hosen, die mir zu eng waren, aber noch tragbar, habe ich meiner Schwester für den Second-Hand-Shop in ihrem Ort mitgegeben. Da kriegt man sogar noch ein paar Euro dafür. Sie macht das schon eine ganze Weile mit ihren ausgemusterten Sachen. Sehr vorbildlich!

 

Dann erinnere ich mich, dass ich ein paar wirklich sehr sehr sehr regelmäßig getragene heißgeliebte rote Turnschuhe in die Mülltonne entsorgen musste. Schnief! Zum Trost habe ich mir die oben erwähnten roten Stiefel gekauft.

 

Ich werde dieses Jahr auch Fotos von den Sachen machen, die ich weggebe, damit ich nächstes Jahr davon auch ein Bild posten kann. Sonst sagt Ihr alle wieder: "Kann ja jeder sagen!" :-) Stimmt's?

 

Mein Fazit:

Ich glaube, man sieht, dass ich mir Mühe gebe, meine Garderobe so nachhaltig wie möglich zu gestalten.

Ich kaufe immer weniger, möchte mich hier aber vor allem beim Stoffkauf noch mehr disziplinieren und weiter mein Stoff-und Restelager abbauen.

Meine Garderobe werde ich weiterhin daraufhin überprüfen, was ich wirklich brauche.

Irgendwie will ich aber auch weiter Spaß an Mode und Stilfindung haben und nicht alles nur unter dem Nachhaltigkeitsaspekt betrachten.

Das klingt so furchtbar vernünftig und langweilig, aber vielleicht finde ich in diesem Jahr ein gute Balance, beides miteiander zu verbinden.

Davon berichte ich Euch dann im kommenden Jahr!

 

Wie sieht es denn bei Euch aus? Das würde mich sehr interessieren!

 

Nachhaltig herzliche Grüße,

Griselda K

-Humorous Fashion Rebel-

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Kommentare: 2
  • #1

    Silke (Freitag, 27 November 2020 00:12)

    Hast du das durchgezogen? Würde mich sehr interessieren wie deine Jahresbilanz ausfällt. Im Frühjahr hatten ja viele Leute Zeit zum aufräumen �
    Ich hab dann immer die Kisten am Straßenrand durchszöbert und mich über neue Sachen gefreut. Mein Lieblingsfund sind 20 Paar Ohrringe.

  • #2

    Griselda K (Freitag, 27 November 2020 13:16)

    Hallo Silke,

    ich werde nächstes Jahr wieder berichten wie nachhaltig ich mit meiner Garderobe umgegangen bin.
    Am Straßenrand schaue ich immer gerne nach verwaisten Nähmaschinen. :-)
    Herzliche Grüße, Griselda